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SoftEd Blog – Aktuelle Fach­beiträge rund um die IT

· · Thema: Windows, Windows 8/8.1

Bereitstellen von Anwendungen

Die klassische Variante Anwendungen bereitstellen, ist eine zeitintensive Angelegenheit. Folgende Vorgehensweise hat sich in unseren Projekten bewährt. Unterschiedlich ist natürlich die individuelle Ausprägung für jedes Unternehmen, Behörde oder IT-Bereich.

Alle Beteiligten gehören ins Boot

Der Nutzer (nennen wir diesen Kunden) benötigt eine neue Software. Hierbei ist es egal, ob es sich um eine Desktop- oder Webanwendung handelt. Die Anforderung entsteht, da es eine Aufgabe gibt, die der Kunde mit den bisherigen Werkzeugen nicht umsetzen kann oder weil z.B. der Hersteller die bisherige Softwareversion nicht mehr unterstützt. Ob die Anforderung fachlich begründet ist oder inwieweit es Querverbindungen zu anderen Verfahren gibt, bewertet der Fachbereich/die Abteilung selbst. In der Projektarbeit werden diese Informationen in einem Business Case zusammengefasst.

Die IT ist als Dienstleister für die Bereitstellung verantwortlich. Sie fungiert als Lieferant und darüber hinaus als technischer Berater. In der IT ist das Know-how über alle eingesetzten Anwendungen angesiedelt, hier wird die Bereitstellung aufgebaut und umgesetzt. Im Idealfall gibt es einen Softwarekatalog, in dem alle im Unternehmen genutzten Anwendungen aufgelistet sind.

Ins Boot gehören auch die Geldgeber. Diese haben anhand der Angaben des Business Cases zu entscheiden (Entscheidungsträger), ob und wenn ja mit welchem Budget und in welchem Zeitrahmen die Veränderungen umgesetzt werden.

Sicher ist für die Bereitstellung z.B. von Oracle Java Runtime Environment kein umfangreicher Business Case zu entwickeln, zumal die Software kostenfrei erhältlich ist. Wenn aber Vorgängerversionen eingesetzt und mit anderen Verfahren gemeinsam genutzt werden, sind auch hier Entscheidungen und Vorbetrachtungen notwendig. Schließlich ist (Arbeits-)Zeit auch Geld.

Vorbetrachtungen / Evaluierungen / Entscheidungen

Wie bereits erwähnt, kommt den Vorbetrachtungen sowohl organisatorisch als auch technisch eine große Bedeutung zu. Folgende Fragen gilt es zu beantworten:

  • Umfang des Einsatzes der Software (wer, welche Bereiche, Anzahl der Nutzer, Bereitstellung an verschiedenen Unternehmensstandorten)
  • Vorhandene abzulösende bzw. bekannte Verknüpfungen mit anderen Verfahren
  • Zeitlicher Rahmen für den Abschluss der Bereitstellung / den produktiven Einsatz
  • Notwendigkeit und Umfang von Schulung/Einweisung der IT oder der Nutzer in Bereitstellung oder Nutzung der neuen Software
  • Freigabeprozess mit geeigneten Testverfahren / Abnahmekriterien zur Sicherstellung des eigentlichen Einsatzzwecks (siehe Business Case)
  • Sicherheitsaspekte – z.B. „die Daten dürfen das Unternehmen nicht verlassen“
  • Geforderte Plattformen für den Einsatz (PC, Terminalserver)
  • Arbeitsweise und -plattformen der Nutzer (PC/Notebook, Terminalserver, Tablets, Mobile Geräte)
  • Anforderungen an die Bereitstellung (Automatisierungsgrad, Updates, Rollout auf Bestands- oder neuen Rechnern), die Peripherie (Software, Hardware)
  • Bekannte (In-) Kompatibilitäten zu anderen eingesetzten Verfahren
  • Fachliche und technische Ansprechpartner beim Softwarehersteller, im Unternehmen oder bei externen Dienstleistern
  • Vorhandene Methoden / Technologien für Bereitstellung bzw. Evaluierung neuer Möglichkeiten
  • Die Festlegungen zur Dokumentation (Softwareakte)

Umsetzung

Folgende gängige Methoden und Technologien gibt es zur Anwendungsbereitstellung:

  • Manuelle Installation:
    Sicher die aktuell einfachste und bei wenigen Systemen geeignete Lösung. Angaben während der Installation. Leider bei umfangreicheren Installationen fehleranfällig – auch wenn der Administrator es drauf hat.
  • Verskriptung der Installation:
    Ein Doppelklick auf ein Installationsskript führt eine automatische Installation aus. Etwas aufwändiger als die manuelle Installation. Vorteil: Alle Systeme haben die gleiche Installation. Das vereinfacht die Ausführung (Einsatz eines Praktikanten mit lokalen Adminrechten) und das danach u.U. notwendige Troubleshooting.
  • Automatisierte Installation von PCs/Notebooks unter Einsatz des Microsoft Deployment Toolkit:
    Neben der Betriebssysteminstallation werden auch automatisch aktualisierte Treiber- und Softwarepakete eingebunden und ohne umfangreiche Interaktion umgesetzt. Vorteil: Alle Rechner und Softwareinstallationen sind quasi aus einem Guss. Danach kann es losgehen.
  • Vollautomatische Installation verschiedenster Windows-PCs/Notebooks/VMs unter Einsatz des Microsoft System Center Configuration Managers 2012 R2 (SCCM):
    Nutzt die Möglichkeiten des Microsoft Deployment Toolkits und ermöglicht darüber hinaus auch Installationen auf bereits im Einsatz befindlichen Systemen.
  • Software auf Terminalserver mit Remote Desktop Servern/XenDesktop/XenApp:
    Unter Einsatz der schon genannten Methoden wird die Software nicht am PC/Notebook sondern auf Servern installiert und veröffentlicht – es sind keine umfangreichen Maßnahmen an den möglichen Arbeitsplattformen (Windows, Android, Linux) erforderlich.
  • Anwendungsvirtualisierung mit MS-App-V 5.0: Auf den Rechnern wird keine Anwendungsinstallation mehr ausgeführt. Diese wurde vorher auf einem Referenzsystem (z.B. manuell, verskriptet) erledigt und als Paket auf PC/Notebook/Terminalserver „gebeamt“. Eventuell vorhandene Inkompatibilitäten mit bereits installierten Anwendungen werden umgangen.

Beispiel: Einsatz neuer PCs mit Windows in einem kleinen mittelständischen Unternehmen

Schwerpunkt für die PC-Bereitstellung war eine weitgehend automatische Installation von PCs mit einigen wenigen individuellen Softwareanforderungen; vollständige Images unerwünscht, da unflexibel. Bisher erfolgten Installation von Betriebssystem und Anwendungen manuell. Mit dem Einsatz des Microsoft Deployment Toolkits konnten die Anforderungen an weitgehende Automatisierung der Bereitstellung mit mehreren individuellen Softwareausstattungen erfüllt werden. Konzeption und Implementierung waren in kurzer Zeit umgesetzt. Die Bedienung wurde sehr einfach gehalten. Bei der Realisierung vor Ort kam der Praktikant zum Einsatz.

 

Selten ist eine Methode und Technologie allein ausreichend. Unsere Experten helfen Ihnen, einen für Sie geeigneten Weg zu finden.

Unterstützende Trainings:

 

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