Fachthema:
Erfolgreiche Einführung von SharePoint im Unternehmen
von Matthias Dähn, Systemingenieur SoftEd Systems - März 2009
Dieser Artikel ist geeignet für alle, die SharePoint bereits in einer Testumgebung nutzen oder planen, SharePoint im Unternehmen einzusetzen.
Mit SharePoint (Microsoft Office SharePoint Server 2007 – MOSS 2007 bzw. Windows SharePoint Services 3.0 – WSS 3.0) bietet Microsoft ein sehr gutes und relativ kostengünstiges Produkt für die unternehmensweite Zusammenarbeit.
In zahlreichen Kundengesprächen und Projekten zu SharePoint beobachten wir immer wieder: Viele SharePoint-Projekte werden mit großem Enthusiasmus gestartet, verlaufen oft jedoch wieder recht schnell im Sand. Denn im Gegensatz zu anderen Microsoft Produkten ist SharePoint keine Out-of-the-Box-Umgebung. Sondern die Einführung von SharePoint ist mit sehr viel Vorarbeit und Planungsaufwand verbunden, der oft unterschätzt wird.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was alles für eine erfolgreiche Implementierung von SharePoint notwendig ist und auf was Sie achten sollten.
Grundsätzlich gliedert sich der Aufbau einer SharePoint-Umgebung, ähnlich wie jedes andere Projekt, in 3 große Phasen:
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Designphase
Leider wird diese Phase meist unterschätzt, allerdings kommt es hier darauf an alle notwendigen Designentscheidungen zu treffen. Fehler und Versäumnisse, die an dieser Stelle gemacht werden, können später kaum korrigiert werden. Deswegen sollte hier möglichst viel Zeit investiert werden. Nicht die Technik steht im Vordergrund, sondern die Definition der im Unternehmen notwendigen Datenstrukturen, Datenbereitstellungen und zu unterstützenden Arbeitsabläufe. Insbesondere spätere Key-User sollten in diese Phase stark einbezogen werden.
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Implementierungphase
Im nächsten Schritt steht der komplette Aufbau der SharePoint-Umgebung im Vordergrund. Einen kleinen Teil nimmt dabei die eigentliche Serverinstallation in Anspruch. Die Umsetzung der Designentscheidung mit dem Aufbau und der Anpassung der notwendigen Seiten sowie die Bereitstellung der geplanten Informationen nehmen einen wesentlich größeren Teil ein.
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Betriebsphase
In dieser Phase wird die SharePoint-Umgebung in ihrem tagtäglichen Betrieb verwaltet. Die Serververwaltung spielt dort eine kleinere Rolle (mit Ausnahme des täglichen Backups). Das Augenmerk liegt hauptsächlich auf der Anpassung der Seiten, Bereitstellung neuer Seiten und Inhalten; also der Datenpflege.
Designphase
Bevor der erste Server installiert wird, gilt es eine Vielzahl von Planungsaspekten zu berücksichtigen. Grundsätzlich sollte diese Planung nicht im stillen EDV-Kämmerlein erfolgen, sondern unter expliziter Einbeziehung der künftigen Anwender. Bewährt hat sich hier die Bildung einer SharePoint-Arbeitsgruppe. Dort sollten neben Vertretern der EDV auch aufgeschlossene Anwender mit einer hohen Rate von täglicher Informationsverarbeitung, neudeutsch Information-Worker, vertreten sein.
Wir haben die notwendigen grundsätzlichen Entscheidungen für das Design einer SharePoint-Umgebung in 6 Schritte zusammengefasst:
Step 1: Vertraut machen mit dem Produkt
Step 2: Klärung der zu speicherenden Informationen
Step 3: Festlegung der grundsätzlichen Struktur
Step 4: Festlegung der Portal-Struktur
Step 5: Auswahl der SharePoint-Version
Step 6: Erstellung/Beschaffung von Zusatzkomponenten
Step 7: Server- und Hardwarekonzept
Step 1: Vertraut machen mit dem Produkt
Die SharePoint-Technologien (dazu gehört neben den eigentlichen Server-Produkten übrigens auch die Office-Plattform mit ihrer SharePoint-Integration) bieten sehr viele Funktionen, Features und Möglichkeiten. Diese sollte man sich zunächst unvoreingenommen anschauen. Achten Sie hier auf die unterschiedlichen Versionen (WSS 3.0, MOSS 2007 Standard und Enterprise Edition) und deren Unterschiede. Denn beschränken Sie sich auf die kostenfreie Version WSS 3.0, büßen Sie vielleicht Funktionen ein, die das Produkt erst richtig interessant für den Anwender machen.
Dieser Erstkontakt kann auf der einen Seite natürlich über eine Testinstallation und Probieren erfolgen. Empfehlenswerter ist aber ein Workshop mit einem externen Berater.
Hier werden Ihnen in komprimierter Form alle Funktionen vorgestellt ebenso erhalten Sie erste Tipps für die Umsetzung. Bewährt hat sich hier ein Aufwand von 3 bis 4 Tagen.
Step 2: Klärung der zu speichernden Informationen
Nachdem Sie wissen, was Sie mit SharePoint alles machen können, sollten Sie sich überlegen, welche Informationen Sie in SharePoint ablegen.
Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:
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Wo gibt es bei uns Probleme mit der Informationsverarbeitung?
- Wo entstehen Medienbrüche oder können Informationen unzureichend verarbeitet werden?
- Wo fehlen in unserer Datenablage Informationen oder werden unzureichend bereitgestellt?
- Welche Arbeitsläufe können durch neue Technologien verbessert, beschleunigt und rationalisiert werden?
Eine bewährte Praxis ist es, sich 3-5 Anwendungen, Arbeitsläufe oder Abteilungen/Teams als künftige Pilot-Implementationen auszuwählen. Damit können Sie in einem abgegrenzten Rahmen Erfahrungen mit der neuen Umgebung sammeln. Nutzer, deren tägliche Arbeit durch die Einführung einer SharePoint-Umgebung umgestellt werden soll, müssen dabei mit der neuen Umgebung vertraut sein (siehe Step 1). Hilfreich ist aber auch, dass der reine Informationszugriff durch viele Benutzer erfolgt, damit die neue Umgebung bekannt wird.
Neben diesen Pilotanwendungen sollten Sie die grundsätzliche Struktur nicht aus den Augen verlieren. Die Frage ist hier: Wie findet sich das gesamte Unternehmen mit seinen Abteilungen/Teams und Projekten in der SharePoint-Umgebung wieder? Denn nichts ist schlimmer, als die Pilotanwendungen zu implementieren und dann festzustellen, dass alles noch einmal gemacht werden muss, da die Gesamtstruktur nicht vorhanden ist.
Ein Fehler, der immer wieder gemacht wird, ist zu versuchen, die vorhandenen Daten 1:1 in SharePoint zu überführen. Der Ansatz: „Wir möchten unsere klassische Dateiablage in den SharePoint Server überführen“ ist zum Scheitern verurteilt. Beispielsweise vorhandene Excel-Listen nicht mehr im Filesystem, sondern in einer SharePoint-Umgebung zu speichern, bringt dem Nutzer keinen Mehrwert, ist jedoch mit einer zusätzlichen Umstellung der Arbeitsweise verbunden.
Suchen Sie daher Anwendungsfälle, die Sie mit SharePoint lösen, wo Hindernisse abgebaut werden und/oder der Nutzer einen Mehrgewinn erzielt.
Anwendungsfälle sind z.B.:
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Organisation großer wiederkehrender Meetings inkl. Bereitstellung aller notwendigen Dokumente (Agenda, Aufgaben…) in Form einer mit Outlook-Termin verknüpften Webseite
- Bereitstellung einer Planungsumgebung für Beratungsräume inkl. Catering- und Technikbestellung
- Aufbau eines einfachen Trackingsystems für technische Supportabfragen, interne Bestellprozesse, Kundenbetreuungen o.ä.
- Führen von Inventarlisten mit einfachen Bearbeitungsmöglichkeiten
Step 3: Festlegung der grundsätzlichen Struktur
Nachdem Sie wissen, welche Informationen Sie ablegen wollen, sollten Sie klären, wo diese abgelegt werden.
Klären Sie dafür die Struktur der einzelnen Teamseiten:
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Klassisch nach dem Organigramm des Unternehmens mit Abteilungen/Referaten/Teams oder projektorientiert auf Grundlage wechselnder Projektstrukturen?
- Wie weit wird die Struktur vorgegeben und ab welcher Ebene sollte dies in Eigenregie der Anwender erfolgen?
- Soll jede Teamseite den gleichen Aufbau haben?
- Wie erfolgt die Navigation innerhalb der Seiten und zwischen den Seiten?
- Wie erfolgt die Abbildung der Seitenstruktur in eine möglichst einfache Hierarchie.
- ...
Bewährt haben sich in der Praxis folgende Ansätze:
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Es sollte eine zweigeteilte Struktur aufgebaut werden: Einerseits sollen sich die einzelnen statischen Abteilungen mit ihren Daten, Informationen und Abläufen wiederfinden. Andererseits sollte ein Bereich für Projekte, wechselnde Teams und Arbeitsgruppen bestehen. Hier können auch abteilungsübergreifende Themen aufgenommen werden.
- Die Strukturtiefe sollte je nach Anzahl der Portale (siehe nächster Punkt) maximal 2-3 Ebenen betragen. Damit lassen sich Navigationsmenüs einfach und übersichtlich implementieren. Die weitere Strukturierung sollte beim Anwender/Anwendergruppe erfolgen. Somit erübrigt sich eine übergreifende Navigation.
- In Abstimmung mit den Anwendern sollten 2-4 unternehmensspezifische Vorlagen für Teamseiten geschaffen werden. Die Nutzung der Standardvorlagen ist wenig sinnvoll, da dies nicht auf den jeweiligen Bedarf des Unternehmens abgestimmt ist. Fragen des Corporate Designs zum Beispiel können hier berücksichtigt werden. Die Anpassung der Vorlagen sollte durch die Abteilungen selbst mit Unterstützung erfahrener SharePoint-Designer erfolgen.
Beim Struktur-Design muss die Berechtigungsstruktur berücksichtigt werden. Hier hat sich folgender Weg bewährt:
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Es existieren 2-3 SharePoint-Administratoren, die die grundsätzliche Farm-Struktur verwalten (Backup, Monitoring usw.).
- Durch SharePoint-Designer werden die Abteilungen im grundlegenden Design Ihrer Seiten (Inhalte, Aussehen, Rechtstruktur) unterstützt und beraten. Nur durch diesen durchaus etwas größeren Personenkreis sollte auch die Erfassung neuer Seiten, Bibliotheken und Listen erfolgen. Eine Erstellung durch alle Mitarbeiter sollte nicht erfolgen, da sonst schnell „Wildwuchs“ entsteht.
- Die Inhalte werden durch Mitglieder der einzelnen Gruppen gepflegt. Klären Sie, ob andere Gruppen Lesezugriffe erhalten sollen.
Step 4: Festlegung der Portal-Struktur
Allen SharePoint-Implementationen gemeinsam ist, dass SharePoint-Seiten im Rahmen von Websitesammlungen mit einer zentralen Start- oder Root-Seite zusammengefasst werden. Es ist zu entscheiden, ob Sie für das gesamte Unternehmen eine Websitesammlung verwenden möchten oder mehrere Sammlungen angelegt werden sollen.
Folgende Argumente sprechen für bzw. gegen mehrere Websitesammlungen:
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Innerhalb einer Sammlung lassen sich Informationen einfach umstrukturieren. Über die Grenzen von Sammlungen hinaus ist dies nur mit hohem Aufwand möglich. Mit mehreren Sammlungen lassen sich Daten aber besser trennen (z.B. getrennte Vorlagenverwaltung).
- Die Rechteverwaltung innerhalb einer Sammlung lässt sich einfacher organisieren. Bei mehreren Sammlungen ist die Abgrenzung der einzelnen Bereiche besser und klarer möglich.
- Mit einer Sammlung kann ein Portal für das gesamte Unternehmen geschaffen werden. Mit mehreren Sammlungen kann eine klare Trennung in verschiedene Anwendungen erreicht werden.
- Bestimmte Funktionalitäten (z.B. die Suche) können je nach Entwurfsentscheidung getrennt oder gemeinsam genutzt werden.
Unsere Erfahrung zeigt, dass ein einheitliches Portal mit einer einheitlichen Websitesammlung oft die sinnvollste Lösung ist. Nur bei der Implementierung mehrerer, vollkommen unabhängiger Fachanwendungen bietet sich der Aufbau von mehreren Sammlungen an. Fällt die Entscheidung dafür, so sollten Sie klären, ob diese in einer oder in mehreren Webanwendungen gehostet werden sollen. Eine Webanwendung entspricht einer virtuellen Webseite im IIS (mit eindeutiger IP-Adresse, eindeutigem Port bzw. eindeutigem Namen in Form eines Hostheaders).
Für mehrere Webanwendungen spricht die Verwendung von eindeutigen Namen in der gesamten URL und eine gewünschte Datenisolation bei unabhängigen Projekten oder Firmenteilen.
Für eine einzige Webanwendung spricht die leichtere Verwaltung, insbesondere in der Namensauflösung.
Step 5: Auswahl der SharePoint-Version
Für eine SharePoint-Implementierung stehen grundsätzlich drei Server-Versionen zur Verfügung:
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kostenlose Windows SharePoint Services 3.0 (WSS 3.0)
- Microsoft Office SharePoint Server 2007, Standard Edition
- Microsoft Office SharePoint Server 2007, Enterprise Edition
Obwohl die kostenlosen WSS 3.0 eine Vielzahl an Möglichkeiten bieten, die für viele Implementierungen gerade in kleineren Teams ausreichend sind, empfehlen wir Ihnen die erweiterten Möglichkeiten der Server-Versionen prüfen.
Erweiterte Möglichkeiten der Server-Versionen:
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Portalfunktionen sowohl für Intranet- als auch Internet-Lösungen (bessere Navigation, erweiterte Werkzeuge zur Verwaltung)
- Zentrales Management von Benutzerinformationen (Benutzerprofile)
- Möglichkeit der Erstellung persönlicher Seiten („My Sites“)
- Erweiterte Suchfunktionalitäten (Indizierung von Daten außerhalb der SharePoint-Umgebung)
- Verwaltung von Inhalten über den Information-Lifecycle
- Bereitstellung von Geschäftsinformationen (Dashboards, Key Performance Indicators, Excel Web Services); nur in der Enterprise Edition
- Einfacher Zugriff auf externe Datenquellen (Business Data Catalog); nur in der Enterprise Edition
- Webbasierte Darstellung von Infopath-Formularen; nur in der Enterprise Edition
Auch wenn nachträglich ein Update von WSS auf MOSS möglich ist, ist dies mit viel Aufwand verbunden, teilweise ist ein Update nicht möglich. So kann z.B. eine auf Basis von WSS erstellte Unternehmens-Startseite nicht in ein MOSS-Portal (mit erweiterten Funktionalitäten) umgewandelt werden. Deswegen sollte die Versionsauswahl sehr gut überlegt sein.
Step 6: Erstellung/Beschaffung von Zusatzkomponenten
Als letzter großer Schritt ist in der Planungsphase zu prüfen, welche Zusatzkomponenten selbst erstellt oder beschafft werden sollten. Hier sind vier große Bereiche zu nennen:
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Mit Hilfe vorgefertigter Seitenvorlagen kann das Design eigener SharePoint-Seiten und -Anwendungen wesentlich verkürzt werden (z.B. stellt Microsoft etwa 40 Vorlagen für viele Unternehmensanwendungen bereit; davon sind 20 auch in deutscher Sprache verfügbar).
- Mit Hilfe von selbst oder von Drittanbietern erstellter Webparts können Daten oder komplexe Zusammenhänge besser dargestellt werden.
- Mit Hilfe von in SharePoint integrierten Workflows (die mit den entsprechenden Werkzeugen selbst erstellt werden können) können Arbeitsabläufe automatisiert und beschleunigt werden.
- Viele Softwarehersteller (z.B. SAP) bieten mittlerweile Integrationen Ihrer Produkte in SharePoint an. Hier sollten die Möglichkeiten des Einsatzes geprüft.
- Für die formularbasierte Datenerfassung können neben den vorhandenen Sharepoint-Formularen auch Infopath oder SoftEd Formularware eingesetzt werden.
Step 7: Server- und Hardwarekonzept
Grundsätzlich wird bei einer SharePoint-Implementierung zwischen drei Serverrollen unterschieden:
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Front-End-Server: Auf diese Server greift der Nutzer direkt zu, hier erfolgt die Aufbereitung und Darstellung der Seiten. Auf diesen Servern werden aber keine Daten gespeichert.
- Datenbank-Server: Im Rahmen von MS SQL-Datenbanken werden alle relevanten Daten gespeichert. Es wird grundsätzlich der MS SQL Server in den Versionen 2000 SP4, 2005 SP1 oder 2008 (oder höhere SPs) unterstützt.
- Anwendungsserver: Auf diesen Servern werden SharePoint-Anwendungen, wie die Suche und die Bereitstellung der Excel Web Services, durchgeführt.
Wir empfehlen Ihnen eine Trennung von Front-End-Server und Datenbank-Server. In den meisten Unternehmen existiert ein zentraler MS SQL Server, der hier genutzt werden kann. Auch aus Gründen der Hochverfügbarkeit ist eine Trennung sinnvoll, um einen Cluster-Server für den MS SQL Server aufzubauen.
Bitte beachten Sie bei der Planung des Datenbank-Servers die künftige Größe der Datenbank ausreichend zu dimensionieren. In dieser Datenbank werden alle Daten gespeichert. Dazu gehören z.B. alle in Webseiten hinterlegten Dokumente inklusive möglicher Versions-Historie (pro Version wird eine vollständige Kopie des Dokumentes gespeichert). Schnell können so 100 GB Datenbankgröße entstehen!
Sollte kein MS SQL Server im Unternehmen zur Verfügung stehen, kann auch die bei den SharePoint-Versionen mitgelieferte SQL Datenbank (SQL Server Embedded Edition" (SSEE) bei WSS 3.0 bzw. "SQL Server Express Edition" (SQLEX) bei MOSS 2007) genutzt werden. Bei WSS 3.0 existiert für diese Datenbank keine Größenbeschränkung, bei MOSS 2007 ist sie auf 4 GB beschränkt.
Eine Trennung zwischen Anwendungsserver und Front-End-Server ist im Normalfall nicht notwendig. Ausnahme bildet der Einsatz sehr ressourcenintensiver Drittanbieter-Software oder sehr umfangreicher externer Inhalte, die im Rahmen der Suche indiziert werden. Ein normal dimensionierter Server unterstützt als Front-End-Server problemlos 1.000-2.000 aktive Nutzer.
Eine übliche Implementierung sieht daher folgendermaßen aus:
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1 bis 2 Front-End-Server (abhängig von den Verfügbarkeits-Anforderungen, Netzwerklastenausgleich, Kapazität und Durchsatz spielen eine untergeordnete Rolle)
- 1 dedizierter SQL-Server (entsprechend der Verfügbarkeits-Anforderungen als Cluster-System auslegbar)
- Hardwaredimensionierung entsprechend den Empfehlungen von Microsoft.
Implementierungsphase
Nachdem alle Rahmenparameter theoretisch abgesteckt sind, kann die eigentliche Implementierung erfolgen.
Step 1: Durchführung der eigentlichen Installation
Die Installation der SharePoint-Software ist schnell erledigt und mit wenig Aufwand verbunden. Im Anschluss an die Installation erfolgt die Grundkonfiguration der Umgebung. Hierbei wird die sogenannte Konfigurations-Datenbank angelegt. Diese enthält alle Grundparameter der SharePoint-Farm. Weiterhin wird die SharePoint-Zentraladministration, eine eigenständige Webseite zur SharePoint-Verwaltung, auf dem ersten Server erstellt.
Step 2: Grundeinrichtung der Farm
Bei der Grundeinrichtung der Farm stellt die Aufgabenliste auf der Startseite der Zentraladministration eine gute Hilfe dar. Wichtige Punkte sind:
- Einrichtung und Verteilung der Dienste. In größeren Umgebungen können unterschiedliche Aufgaben (z.B. Indizierung, Suchanfragen) auf verschiedene Server verteilt werden. Bei der Einrichtung der Dienste sollten die Empfehlungen von Microsoft bezüglich der einzurichtenden Dienstkonten sehr genau beachtet werden.
- Konfiguration der E-Mail-Unterstützung für ein- und ausgehende E-Mails. Damit werden E-Mail-Benachrichtigungen und E-Mail-Empfang sichergestellt.
- Einrichtung des "Shared Services" (nur MOSS 2007): Diese stellen über verschiedene Webanwendungen/Website-Sammlungen zentrale Komponenten (Suche, SharePoint-Benutzerprofile) zur Verfügung.
Step 3: Einrichtung von Drittanbieter-Software
Soll Drittanbieter-Software zum Einsatz kommen (z.B. Webparts zur SAP-Anbindung), so sind diese anhand der Vorgaben des Herstellers zu installieren damit sie schon von Beginn an zur Verfügung stehen. Nicht zu vergessen ist hier der Einsatz von Virenscanner- und Backupsoftware, die speziell für SharePoint geeignet sein muss (Agents).
Step 4: Einrichtung der Webanwendungen und Websitesammlungen
Erst mit diesem Schritt wird die SharePoint-Anwendung mit Leben gefüllt. Hier sollten alle Entwurfsentscheidungen aus dem Planungsprozess berücksichtigt und umgesetzt werden. Bei der Verwendung eigener Vorlagen für Webseiten empfiehlt es sich, diese auf einem Referenz- bzw. Testsystem zu entwickeln und dann auf das Produktivsystem zu portieren.
Step 5: Design, Anpassung der Umgebung
Hier sollten die Festlegungen bezüglich Inhalt und Aussehen aus der Planungsphase praktisch umgesetzt werden (inkl. Rechtestruktur). Einfache Anpassungen, wie das Anlegen neuer Bibliotheken und Listen oder Änderungen von Design und Navigation lassen sich direkt über die Webseite vornehmen. Wenn es etwas tiefer gehen soll (Umsetzung eigener CI-Festlegungen bezüglich Farben, Implementierung komplexer Workflows), kommen Sie an dem „Microsoft Office SharePoint Designer 2007“ als Design-Werkzeug nicht vorbei. Eine umfassende Beschäftigung mit diesem Werkzeug ist für die SharePoint-Designer des Unternehmens unerlässlich.
Unsere Erfahrung zeigt, dass die Rechtestruktur nicht über SharePoint-interne Gruppen sondern über zentrale Active Directory-Gruppen umgesetzt werden sollte. Damit werden Informationen zentral gespeichert und die Rechterteilung kann auch durch
Nicht-SharePoint-Administratoren (z.B. User-Management) erfolgen.
Step 6: Schulung der Mitarbeiter
Dieser Punkt sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Durch die SharePoint-Einführung werden neue Arbeitsweisen im Umgang mit Informationen eingeführt. Eine Schulung der Nutzer („Was bedeutet das Ein- und Auschecken eines Dokumentes“ oder „Was ist eine Versionshistorie“) erleichtert den Zugang zu diesem neuen System mit der erforderlichen neuen Arbeitsweise.
Betriebsphase
Nach der erfolgreichen Einführung muss die Umgebung im täglichen Betrieb unterstützt und verbessert werden. Wichtige Arbeitsgebiete sind:
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Durchführung des Backups: Bitte beachten Sie, dass mit Bordmitteln nur die gesamte Websitesammlung gesichert und wiederhergestellt werden kann. Bei der Wiederherstellung einzelner Elemente muss auf Drittanbieter-Software (z.B. BackupExec) oder einen zusätzlichen Referenz-Server zurückgegriffen werden.
- Verwaltung und Weiterentwicklung der Seiten, Inhalte und Workflows: Diese sollten entsprechend der Unternehmensanforderungen ergänzt werden.
- Verwaltung und Weiterentwicklung der Vorlagen: Auch hier sind ständige Weiterentwicklungen und Anpassungen notwendig.
- Verwaltung von Rechtestrukturen: Die Rechte bzw. die Gruppenmitgliedschaften müssen an die Gegebenheiten im Unternehmen angepasst werden.
- Monitoring: Die tägliche Überwachung und Auswertung z.B. der Eventlogs gehört zu den administrativen Aufgaben. Der SharePoint Server bietet Möglichkeiten, um z.B. nicht mehr genutzte Seiten zu erkennen. Optimal ist die Überwachung mit dem System Center Operations Manager, für den Microsoft ein Management-Pack bereitgestellt hat.
Eine Empfehlung aus der Praxis: Implementieren Sie ein Referenzsystem. Dies lässt sich unter Nutzung des SharePoint-eigenen Backups relativ einfach durchführen. Über dieses System können einzelne Elemente wiederhergestellt werden. Eine Komplett-Wiederherstellung kann getestet werden. Neue Vorlagen oder Webparts können getestet bzw. entwickelt werden. Im Disaster Recovery-Fall kann die Umgebung des Nutzers relativ schnell wieder bereitgestellt werden.
Fazit
Dieser Beitrag zeigt, der Aufbau einer gut funktionierenden SharePoint-Umgebung ist nicht mit der Installation der Software erledigt.
Eine erfolgreiche SharePoint-Implementation besteht zu 80-90 % aus Planung, Key-User-Konsolidierung und theoretischem Design. Entsprechend viel Aufwand muss in diese Planungsphase investiert werden. Die praktische Umsetzung sind dann nur noch 10-20 %.
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