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Von Aprikosen bis SQL Datenbanken: Nachhaltigkeit gewinnt! 1
| | IT-Infrastruktur, SQL Server & BI

Von Aprikosen bis SQL Datenbanken: Nachhaltigkeit gewinnt!

Getunte Datenbanken sind auch nachhaltige Datenbanken. Im Interview mit SoftEd Datenbankprofi und SQL Spezialist Jörg Weigel lernen wir auch seinen Aprikosengarten kennen.

Was bedeutet für dich nachhaltiges Handeln?

Für mich beinhaltet es die bewusste Verwendung von Ressourcen: Überschüssiges zu vermeiden und trotzdem auf nichts zu verzichten.

Betrachte ich es außerhalb der IT, geht es für mich darum, weniger aber dafür qualitätsbewusst zu konsumieren. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Fleisch. Klar kann ich hier täglich auf günstige Massenware setzen. Ich entscheide mich dennoch bewusst für Bioware, für mich hochwertiger, schmackhafter und etwas Besonderes.

Am Ende entscheiden wir als Konsumenten. Das verliert man gern aus dem Auge. Als Konsumenten haben wir eine irrsinnige Macht. Wir sehen 3.000 bis 13.000 Mal am Tag Werbung. Wenn wir uns andere Konzepte des Wirtschaftens – zum Beispiel Gemeinwohlökonomie – ansehen und diese anwenden, können wir das System umdrehen. Womit wir bei dir wären. Du bist Mitglied im Aprikosengarten.

Das stimmt. »Aprikosen für alle« heißt unser Projekt und dahinter verbirgt sich ein Mehrgenerationen-Garten. Die Idee ist es gemeinschaftlich zu gärtnern, Flächen zu bewirtschaften und Obst sowie Gemüse für den eigenen täglichen Bedarf anzubauen. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Arbeiten, das von- und miteinander Lernen, aber auch der Erfahrungsaustausch zwischen total unterschiedlichen Menschen aus den verschiedensten sozialen Umgebungen.

Sicherlich eine spannende Herausforderung?

Definitiv. Wir müssen uns absprechen, was wir säen, anbauen und schließlich auch ernten. Es geht um das gesunde Verhältnis zwischen mitmachen und mitnehmen, letztendlich also um Nachhaltigkeit.

Kannst du nachhaltiges Handeln als Prinzip auch ins Business und deine tägliche Arbeit als Datenbank-Consultant übertragen?

Ja, das ist in der Tat ein sehr spannendes und hochaktuelles Thema. Wir hatten gerade ein Projekt, bei dem es neben einem Upgrade der vorhandenen SQL Server Infrastruktur auf die neueste SQL Version darum ging, physische Hardware zu virtualisieren. Die vormals 16 Prozessoren im Server wurden auf 4 Prozessoren virtualisiert. Eine extreme Reduktion von Ressourcen! Sowohl ökologisch als auch ökonomisch, da wir neben positiven Effekten beim Stromverbrauch vor allem Hardware- und Lizenzkosten sparen, die seit der Core-basierten Lizenzierung extrem gestiegen sind.

Nichts geht über Virtualisierung?

Virtualisierung ist DER Stand der Technik. Da verrate ich nichts Neues. Die Virtualisierungstechniken, die am Markt sind, nutzen die Hardware ideal aus. Und hinsichtlich der Performance gibt es keine Einschränkungen. Für den Administrator wird vieles leichter. Er muss nicht mehr hardwareseitig am Server basteln, wenn mehr Hauptspeicher benötigt wird, sondern er weist diese einfach über die Admin-Oberflächen zu. Damit ist er natürlich viel flexibler.

Wer noch nicht auf eine virtuelle Umgebung setzt, sollte sich also dringend in die Spur begeben?

Absolut! Dabei ist natürlich eines zu bedenken: Wer Hardware reduziert, muss die Performance logischerweise optimieren.

Und da trittst du auf den Plan?

Ja, ein Großteil unserer Beratung ist es tatsächlich Performanceprobleme beim Kunden zu identifizieren und anschließend die Applikationen zu tunen.

Mit gleicher Hardware kann man bei einzelnen Applikationen durchaus das 10-fache an Performance erreichen. Das schont definitiv Ressourcen.

Ja, man kann schon sagen, getunte Datenbanken sind auch nachhaltige Datenbanken. Nicht nur hinsichtlich der Hardware, sondern auch hinsichtlich der Ressource Mensch. Vor allem die Anwender spüren das deutlich. Sie bekommen besser und viel schneller laufende Programme. In der Regel hängt es meist an der Datenbank, dass Programme langsam laufen und Performanceprobleme haben. Der Grund ist, dass die Entwickler meist mit sehr viel kleineren Datenbeständen ihre Tools testen. Wenn sich dann die Abfrage mit realen Daten füllt, leidet die Performance.

Also, deine Empfehlung an die Entwickler: Testet mit größeren Datenbeständen …

Ja, oder testet eure Applikation idealerweise gleich mit realen Daten oder wenn das nicht möglich ist, mit einem synthetischen Datenbestand in dem zu erwartenden Umfang.

Daten sind das neue Gold. Big Data ist das große Buzzword. Wohin geht die Reise?

Spannende Frage. Fakt ist, es werden massiv Daten erhoben und gesammelt. Es geht jetzt und künftig nicht mehr darum jeden einzelnen Datensatz zu verarbeiten, sondern aus der Menge der Daten Erkenntnisse zu gewinnen und Trends vorherzusagen. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, denken wir an IoT. Wenn Daten vorliegen, werden sie auch gespeichert und verwendet. Ein riesiges Problem besteht allerdings darin, dass große Datenbestände extrem schnell missinterpretiert werden können. Ein bekanntes Beispiel ist die Korrelation zwischen der Zahl der Kindergeburten und der Zahl der Storchenpaare in verschiedenen europäischen Ländern. Obwohl es eine Korrelation zwischen der Zahl der Geburten und der Zahl der Storchenpaare gibt, gibt es keinen kausalen Zusammenhang.

Da passt wieder der alte Spruch »traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast«.

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