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Umzug ins Homeoffice – Wie hat "Remote Scrum" funktioniert? Ein Erfahrungsbericht 1
| | Softwareentwicklung, Aktuelles, IT-Infrastruktur

Umzug ins Homeoffice – Wie hat “Remote Scrum” funktioniert? Ein Erfahrungsbericht

Funktionieren agile Methoden wie Scrum digital anders als analog?
Das A&O bei Scrum lautet Kommunikation. So ziemlich das erste, an das viele denken, wenn sie „agile Softwareentwicklung“ hören, ist das Daily Stand-Up-Meeting. Als ich in Scrum eingestiegen bin, schnappten wir uns jeden Morgen unsere Kaffeetassen und machten uns auf zum morgendlichen Daily, trafen uns im Besprechungsraum zum Review oder zur Retrospektive.

Der wesentliche Kern des agilen Arbeitens mit Scrum lautet Vernetzung, Flexibilität und das kontinuierliche Hinterfragen des bisher Erreichten. Das geht natürlich nur über regelmäßiges austauschen, miteinander sprechen, enges Zusammenarbeiten. Die zentrale Frage nach dem Umzug ins Homeoffice lautete: Würde es funktionieren, ein Modell, das auf ritualisierten Meetings, unmittelbarem Feedback und gemeinsamen Analysen basiert, von einem Tag auf den anderen dezentral zu organisieren? Das Ergebnis vorab: Es hat funktioniert.

Digitale Zusammenarbeit. Auf den Punkt

Kinderbetreuung hier, Homeschooling da, immer auf dem Sprung. Im März 2021 sind wir in ein neues Projekt gestartet. Für die größte Bundestagsfraktion hieß es über 20 SharePoint Lernfilme zu erstellen – Von Einstieg bis High-End Know-how für IT-Professionals. Das Thema war natürlich spannend: Digitale Zusammenarbeit. Wie funktioniert das in einer Fraktion? Was hat der Bundestag damit zu? Und wie können wir uns als Team aus dem Homeoffice heraus organisieren?

Video-Space statt Besprechungsraum

Uns ist es gelungen eine Routine zu entwickeln. Wir klicken uns jeden Morgen pünktlich 8:45 Uhr in unseren virtuellen Besprechungsraum – Kamera an. Was haben wir gestern geschafft? Was ist noch zu tun? Wer macht jetzt was? Und gibt es irgendetwas, das uns an der Erfüllung unserer Aufgabe hindert? Die wichtigsten Fragen auf den Punkt. Kurz und knapp. Es hat sich gezeigt, dass unsere anvisierte 15 min Time-Box anfangs zu knapp bemessen war. Daher haben wir unsere Meetings auf 30 min erweitert. Mit ein bisschen Übung und Disziplin haben wir das mit 7 Leuten eingehalten und konnten die Zeiten nach und nach wieder auf 15 min reduzieren.

Das Team? Cross-funktional

Programmspezialisten, Trainer, Drehbuchschreiber, Grafiker, Marketing und Politiker – Bunter konnte unser Team nicht sein, um die geplanten Filme so schnell wie möglich auf den Weg zu bekommen. Das schafft man nur, wenn man sich als Team sieht und nicht von Abteilung zu Abteilung die Arbeitsstände weitergibt. Wir haben beim Tooling auf Microsoft Teams und ein integriertes SharePoint gesetzt und dort nach und nach eine ziemlich gute Variante der Zusammenarbeit entwickelt. Der Arbeitsstand war jederzeit klar ersichtlich, Überschneidungen gab es nicht. Kam es zu Engpässen konnte innerhalb des Teams sofort unterstützt werden. Abstimmungen im Team gab es über Gruppenchats, Telefonate oder Videokonferenzen in kleinen Runden. Klar, anfangs hapert es noch an einigen Stellen. Aber in kürzester Zeit entwickelt sich so etwas wie ein Best Practice.

Step by Step

Wir haben viel gelernt. Natürlich war nicht jeder in unserem Team von Beginn an der absolute SharePoint Guru. Durch die kleinen Etappen („Sprints“) haben wir es aber geschafft Schritt für Schritt in die richtige Richtung gehen. Der regelmäßige Austausch im Team hat dabei auch geholfen sich Zuhause zu organisieren und sich auf die neue Arbeitssituation einzustellen.

Inzwischen sind wir sattelfest. Das SoftEd Studio wurde nach und nach technisch aufgerüstet und steht langsam ZDF & Co in nix nach. Unsere Filmdrehs wurden immer professioneller.

Fazit

Wichtig für den Lernprozess ist, dass wir Dinge einfach machen. Dass wir auch über die Distanz Probleme ansprechen, wenn wir nicht weiterkommen und auch unterschwellige Hindernisse spüren. Einer im Team hat immer eine Idee. Dafür gibt es ein Team. Die Kunst ist, das zu nutzen. Vor allem, wenn man räumlich weit voneinander entfernt ist und nur digital zusammenarbeitet.  

Unser Projekt und Corona zusammen war eine Zeit der Experimente. Neue und innovative Lösungswege mussten her. Ein schrittweises Experimentieren mit agilen Methoden kam uns zugute. In kurzer Zeit haben wir zusammen viel zu erreicht und können feststellen: Remote Scrum funktioniert. Allerdings fallen viele soziale Komponenten des Arbeitens weg, die oftmals erhellend und oft auch ein Initialzünder für gute Ideen und eine produktive Zusammenarbeit sind: der Plausch in der Cafeteria, der Teeküche, die spontane Verabredung zum gemeinsamen Mittagessen. Den zwischenmenschlichen Austausch können Online-Tools doch nur bedingt abfedern.

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