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Warum Sie auf JavaScript setzen sollten
| | Softwareentwicklung

JavaScript – Oldie but Goldie

In diesem Jahr feiern wir 25 Jahre JavaScript. JavaScript gibt es also schon ewig, ist jetzt gerade aber so aktuell wie nie! Warum?
Das haben wir Beate Lay, Softwareentwicklerin und Trainerin bei SoftEd Systems gefragt.

JavaScript feiert nächstes Jahr seinen 25. Geburtstag. Warum ist es gerade jetzt so hip?

Beate Lay: Der Grund ist einfach der, dass Webanwendungen eine immer größere Rolle spielen. Die Welt funktioniert über Smartphone und Internet. Die Nutzer wollen ihre mobilen Geräte überall und für fast alles nutzen, ohne sich jedes Mal eine neue App aus dem App Store installieren zu müssen.

Beate Lay, Softwareentwicklerin und Trainerin bei SoftEd Systems
Beate Lay, Softwareentwicklerin und Trainerin bei SoftEd Systems

Dass sich die Browseranwendung, wenn sie als Progressive Web App daherkommt, für den Nutzer wie eine normale App anfühlt, ist natürlich eine nette Zugabe.

Fast jede Webanwendung bietet heutzutage Interaktionsmöglichkeiten – und um die zu programmieren, benötigt man JavaScript. JavaScript ist immer noch die einzige Programmiersprache, auf die sich alle Browserhersteller geeinigt haben.

Muss man JavaScript genauso nutzen wie vor 25 Jahren?

Beate Lay: Nein, zum Glück nicht. Das würde keinen Spaß machen und auch nicht effektiv sein. Man muss sich bewusst machen, dass JavaScript in den 90er-Jahren als leichtgewichtige Skriptsprache für den Netscape-Browser entwickelt wurde. Es ist keine typisierte und auch keine objektorientierte Sprache. Klassen, Module und die verschiedenen Design-Patterns, mit denen man heute arbeitet, waren damals in JavaScript einfach nicht vorgesehen und auch nicht nötig. Die JavaScript-Erfinder haben sich bestimmt nicht vorstellen können, wofür ihre Sprache inzwischen alles herhalten muss und wie sich die Sprache weiterentwickeln wird. ECMA Script (quasi der JavaScript Standard) bietet erheblich mehr Möglichkeiten als das JavaScript von 1995.

Die JavaScript-Welt ist also in permanenter Bewegung?

Beate Lay: Ja, es erscheinen immer wieder neue Werkzeuge, Bibliotheken und Frameworks, die dem Entwickler die Arbeit erleichtern. Am bekanntesten ist jQuery. Dank dieser Bibliothek gab es einen großen Schritt in Richtung Browserunabhängigkeit. Frameworks – wie beispielsweise Angular, React oder Bootstrap – sorgen dafür, dass nicht jeder Entwickler das Rad neu erfinden muss. Und TypeScript bringt die Typisierung in JavaScript.

Zusammenfassend kann man also sagen, JavaScript ist weit entfernt von einer toten Sprache?

Beate Lay: Auf jeden Fall. JavaScript konnte man viele Jahre nur im Browser ausführen. Mit Node.js kann JavaScript jetzt auch ohne Browser gestartet werden und ist auch interessant für Server-Anwendungen. Damit ist JavaScript die Sprache, die (fast) überall läuft.

Heißt das, die Softwareentwickler sollten jetzt alles mit JavaScript programmieren?

Beate Lay: Das würde ich so pauschal nicht sagen. Die Node.js-Welt ist eine OpenSource-Welt. Und das ist Fluch und Segen zugleich. Der Vorteil ist: es ist ständig Bewegung drin. Neue Ideen werden aufgesogen und sofort umgesetzt. Und genau darin liegt natürlich auch häufig die Problematik: kaum getestet, nicht unbedingt kompatibel. Natürlich macht es Spaß, neues auszuprobieren und damit zu programmieren. Dadurch, dass wir bei SoftEd auch als Trainer und Coach tätig sind, haben wir den Vorteil, dass wir uns immer mit den aktuellen Technologien beschäftigen können. Entwickler, die z.B. in ihren Unternehmen Applikationen betreuen oder weiterentwickeln müssen, haben dafür nicht immer Zeit.

Ulrike Nitzsche im Interview mit Beate Lay
Ulrike Nitzsche (Marketing Manager bei SoftEd Systems) im Interview mit Beate Lay (Softwareentwicklerin und Trainerin bei SoftEd Systems)

Heise online spricht von einer »Framework Fatigue« und meint damit die von vielen Programmierern als zu schnell empfundene Entwicklung der JavaScript-Frameworks und -Bibliotheken. Für Entwickler, die jeden Tag funktionierenden Code produzieren sollen, wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Welchen Stack setzt man für welche Problemstellung ein und welche Architektur wählt man, um die eigenen Anwendungen auch in Zukunft noch pflegen und weiterentwickeln zu können?

Beate Lay: Meine Empfehlung ist: zuerst schauen, was man selbst bzw. im Team besonders gut kann und dies auch anwenden! Und dazu immer mal wieder über den Tellerrand blicken. Mit einem 25 Jahre alten JavaScript Wissen kommt man heute nicht mehr allzu weit. Und auch für Entwickler, die immer mit gut eingeführten objektorientierten und typsicheren Sprachen programmiert haben, lohnt sich zumindest ein Blick auf TypeScript. Übrigens ist TypeScript ziemlich ähnlich zu C#.

Meine persönliche Lieblingssprache ist trotzdem C#. Und zumindest für’s Backend würde ich immer C# nutzen. Für Web-Client-Anwendungen setze ich auf Angular und TypeScript. In unseren Kursen merken wir gerade, dass viele Entwickler auf C# umsteigen, weil die Software, die sie betreuen und anpassen müssen, nur noch C#-Schnittstellen anbietet. Hinzukommt, dass mit .NET Core nun tatsächlich plattformunabhängig entwickelt werden kann. Und übrigens… C# gibt es auch schon seit 2001. ◼

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