Illustration einer Person im Anzug mit roter Krawatte, die ein Dokument mit der Aufschrift „200-4“ und Bundesadler-Emblem in der Hand hält und den Daumen hoch zeigt – Symbolbild für regulatorische Vorgaben oder IT-Compliance.

IT-Notfallmanagement: So bleiben Sie im Ernstfall handlungsfähig

IT-Notfälle wie Ransomware-Angriffe, Serverausfälle oder Softwarefehler passieren schneller, als man denkt. Und einfach den Kopf in den Sand zu stecken, hilft hier leider niemandem. Tritt ein IT-Schadensereignis ein, können im Nu ganze Geschäftsprozesse zum Erliegen kommen, sind sensible Daten gefährdet und neben dem wirtschaftlichen Schaden droht der Imageverlust.

Um in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben, braucht es strukturierte Prozesse im IT-Notfallmanagement. Sie schaffen klare Zuständigkeiten, definierte Abläufe und ermöglichen eine schnelle Wiederherstellung notwendiger Systeme. 

SoftEd unterstützt Unternehmen und Behörden dabei mit langjähriger Erfahrung aus IT-Beratung und Schulung – insbesondere als zertifizierter Trainingspartner des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik). Wir wissen, wie man IT-Notfallkonzepte aufbaut, umsetzt und vor allem testet, damit sie im Ernstfall dann auch wirklich greifen. Wie Sie Ihr IT-Notfallmanagement selbst in die Hand nehmen können, zeigen wir Ihnen hier.

Das Wichtigste im Überblick:

  • IT-Notfallmanagement sichert die Handlungsfähigkeit von Organisationen bei IT-Schadensereignissen.
  • Mit der Umsetzung normativer Vorgaben wie NIS-2 oder DSGVO bauen Sie ein geeignetes IT-Notfallmanagement auf, das außerdem gesetzliche Anforderungen erfüllt.
  • Für wirksame Notfallprozesse braucht es regelmäßige Tests, Schulungen und eine strukturierte Überprüfung der bestehenden Strukturen.

Was ist IT-Notfallmanagement?

IT-Notfallmanagement ist Teil des Business Continuity Managements (BCM) und umfasst alle Maßnahmen, um IT-Ausfälle oder Sicherheitsvorfälle frühzeitig zu erkennen, Schäden zu begrenzen und Systeme wiederherzustellen. Der BSI-Standard 200-4 beschreibt das Business Continuity Management und kann als praxisnaher Referenzrahmen für das IT-Notfallmanagement bei Planung, Umsetzung, Tests und Nachbereitung von Notfallprozessen herangezogen werden.

Typische IT-Notfälle & IT-Schadensereignisse

IT-Schadensereignisse passieren sowohl durch interne Fehler als auch durch externe Angriffe. Selbst bei einem vorbildlichen IT-Risikomanagement können Sie daher leider jeden treffen. Häufige Szenarien sind:

  • Technische Ausfälle: Serverausfälle, defekte Hardware oder Softwarefehler wie Abstürze und fehlerhafte Updates – und schon liegt der Betrieb lahm.
  • Cyberangriffe: Ransomware, Datendiebstahl oder DDoS-Attacken zählen zu den häufigsten Angriffsszenarien – und können richtig viel Schaden anrichten.
  • Höhere Gewalt/Naturkatastrophen: Wasser-, Feuer- oder Sturmschäden sowie großflächige Stromausfälle können ganze Rechenzentren oder Standorte in die Zwangspause schicken.
  • Menschliches Versagen: Oft kommt es aufgrund von Bedienfehlern durch unzureichend geschulte Mitarbeitende zu IT-Zwischenfällen – oder wenn Sicherheitsvorgaben ignoriert werden.

Solche Vorfälle bringen nicht nur Ihre Systeme zum Stillstand, sondern können auch richtig ins Geld gehen oder das Vertrauen von Kunden und Partnern nachhaltig erschüttern. Im schlimmsten Fall steht die Existenz Ihrer Organisation auf dem Spiel. Deshalb sind klare Prozesse im IT-Notfallmanagement und gezielte Schulungen für Ihre Mitarbeitenden unverzichtbar. 

Damit die wirklich etwas bringen, unterstützt SoftEd hier praxisnah – von der Konzeption bis zur Qualifizierung von Verantwortlichen, etwa im Rahmen von Schulungen zum BSI IT-Grundschutz

Welche gesetzlichen Vorgaben müssen Sie kennen?

Dass es rund ums IT-Notfallmanagement für bestimmte Unternehmen und Behörden gesetzliche Vorgaben gibt, mag nach einer zusätzlichen Herausforderung aussehen. Tatsächlich ist es so, dass das Pflichtprogramm ohnehin wichtiger Bestandteil eines funktionierenden BCM-Notfallmanagements ist. Vorkehrungen zu treffen, Risiken zu minimieren und Nachweise für Audits zu liefern, kommt automatisch der IT-Sicherheit und Compliance zugute. 

NIS-2-Richtlinie

Die NIS-2-Richtlinie der EU verpflichtet betroffene Organisationen, ihre IT-Systeme wirksam zu schützen. Dafür sollten Risiken systematisch erfasst und Mechanismen zur Erkennung von Sicherheitsvorfällen eingerichtet werden. Im IT-Notfall müssen klare Reaktions- und Wiederherstellungsprozesse greifen – inklusive getesteter Notfallpläne und Backups, die dann besser nicht nur auf dem Sharepoint liegen. 

Zusätzlich gelten gemäß NIS-2 feste Meldefristen: Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden, detaillierte Meldung innerhalb von 72 Stunden und ein Zwischen- oder Abschlussbericht spätestens nach einem Monat.

NIST-Framework

Mit dem NIST Cybersecurity Framework haben Sie einen bewährten, international genutzten Ordnungsrahmen für IT-Sicherheit an der Hand. Er hilft Unternehmen dabei, Risiken systematisch zu erkennen, zu bewerten und zu steuern – und Notfallprozesse Schritt für Schritt sinnvoll aufzubauen und weiterzuentwickeln.

DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)

Auch im IT-Notfall rückt die DSGVO nicht von ihren hohen Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten ab. Sie verlangt, dass diese gesichert und wiederhergestellt werden können, und dazu eine saubere Dokumentation bei Datenschutzvorfällen.

ISO 22301 und ISO 27001

ISO 22301 fokussiert sich auf das Notfallmanagement und stellt Verfahren und Prozesse bereit, damit Geschäftsprozesse auch in Krisen weiterlaufen. Dagegen adressiert ISO 27001 das Informationssicherheitsmanagement und beschreibt die Wiederherstellung der Prozesse bei Störungen. Zum Teil überschneiden sich die Geltungsbereiche dieser beiden ISO-Standards.

BSI Standards

Der BSI Standard 200-4 bietet vor allem auch für Einsteiger eine fundierte und praxisnahe Hilfestellung zum Aufbau eines robusten Notfallmanagements. Egal, ob es um die Planung, Implementierung oder den Test von Notfallmaßnahmen geht. 

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) belässt es nicht bei der Theorie, sondern stellt dazu auch praxisnahe Leitlinien und Best Practices bereit.

Empfehlungen des BSI für wirksames IT-Notfallmanagement

Der BSI-Standard 200-4 BCM ist praxisnah, leicht handhabbar und adaptierbar. Mit ihm lässt sich ein robustes Notfallmanagement aufbauen. Dafür hat das BSI praxisnahe Empfehlungen veröffentlicht, die Unternehmen bei der effizienten und gesetzeskonformen Umsetzung ihres IT-Notfallmanagements konkret anleiten. So lassen sich Risiken systematisch reduzieren.

  • Notfallhandbuch: Es dokumentiert alle relevanten Prozesse, Verantwortlichkeiten und Abläufe im Notfall, einschließlich Eskalationsstufen, Kommunikationswegen und Wiederherstellungsplänen.
  • IT-Notfallkarten: Sie geben alle zentralen Informationen auf einen Blick und zeigen, wer in welchem Szenario welche Aufgaben übernimmt. Je schneller Sie sich orientieren, desto kürzer die Reaktionszeiten.
  • Maßnahmenkatalog: Für unterschiedliche Notfallszenarien finden Sie beim BSI konkrete technische, organisatorische und personelle Maßnahmen.
  • Regelmäßige Tests und Übungen: Das BSI empfiehlt genau wie wir bei SoftEd ausdrücklich die Simulation von IT-Notfällen, um Abläufe zu prüfen und Mitarbeitende zu sensibilisieren – zum Beispiel mit Penetration Tests.

Ob im IT-Notfall dann tatsächlich alles nach Plan läuft, hängt entscheidend davon ab, ob Ihre Mitarbeitenden geschult sind. Als Trainingspartner des BSI vermittelt SoftEd mit dem Kurs BCM-Praktiker (BSI): Business Continuity Management und IT-Notfallplanung ganz praxisnah Methoden und Werkzeuge. In den letzten zwei Jahren haben sich so schon 2.000 BCM-Praktiker nach BSI-Standard zertifiziert.

Wenn’s passiert ist: Welche Maßnahmen im IT-Notfall?

Bei IT-Störungen zählt jede Minute. Dann ist schnelles, koordiniertes Handeln gefragt. Ein gutes IT-Notfallmanagement gliedert sich dabei in 3 Phasen: Vorbereitung, Bewältigung und Nachbereitung.

Vorbereitung & Prävention

Am besten ist alles vorbereitet, lange bevor überhaupt etwas passiert: Sie sollten Risiken erkannt, kritische Prozesse mit einer Business-Impact-Analyse analysiert und Verantwortlichkeiten klar verteilt haben. Notfallteams wissen, wer was macht, und Erstmaßnahmen wie eine Netzwerkisolierung sind definiert. 

Ergänzend dazu liegen fertige Notfallpläne inklusive BSI-Notfallhandbuch und Kommunikationswege griffbereit in der Schublade. Haben Sie außerdem an Vereinbarungen mit externen Dienstleistern gedacht? Oder Ihr Team mit E-Learning für Unternehmen oder einer praxisnahen Awareness-Schulung für den Ernstfall trainiert?

Bewältigung & Schadensbegrenzung

Tritt ein Schadensereignis ein, muss es qualifiziert und bewertet werden. Liegt ein IT-Notfall vor, wird das Notfallteam aktiviert. Dann geht es an die Lageeinschätzung, ans Prioritätensetzen und um Maßnahmen zur Schadensbegrenzung. Wichtig dabei: eine klare, durchgängige Kommunikation – intern sowie mit externen Stakeholdern. Denken Sie – falls Ihre Organisation dazu verpflichtet ist – auch an die fristgerechten Meldungen an die Behörden. 

Nachbereitung

Erleichtert die Füße hochlegen, sobald die Systeme wieder laufen? Davon raten wir ganz dringend ab! Damit Ihre Organisation beim nächsten Mal noch besser vorbereitet ist, sollten Sie den IT-Notfall im Nachgang analysieren, Schwachstellen beheben und Verbesserungen für die Zukunft ableiten. Aktualisieren Sie außerdem alle relevanten Dokumente, um Ihr IT-Notfallmanagement und Ihre BCM-Strategie kontinuierlich zu optimieren. 

IT-Notfallmanagement: Nehmen Sie das Heft in die Hand!

Im IT-Notfall gilt: Besser vorbereitet als überrascht. Schließlich genügt ein Schadensereignis – und im Worst Case liegt der ganze Betrieb lahm. Mit einem durchdachten IT-Notfallmanagement bleibt Ihre Organisation in solchen Momenten handlungsfähig.

Dabei geht es aber längst nicht nur um technische Maßnahmen: Gesetzliche und normative Vorgaben wie der BSI-Standard 200-4 geben einen verbindlichen Rahmen vor. Nicht als lästiger Papiertiger, sondern als echte Unterstützung, um compliant zu bleiben und Notfallprozesse strukturiert aufzubauen. 

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie die Resilienz Ihres Unternehmens mit gezielten praxisnahen Schulungen, regelmäßigen Tests oder erprobten Notfallkonzepten stärken können, nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf!

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